Donnerstag, 29. September 2011

Tongario National Park zum 2.


Von Napier bin ich am 31. August mit Basti nach Taupo gefahren. Über Taupo geht die beste Straße in den Nationalpark auch wenn es ein ganz schöner Bogen ist. In Taupo packten wir unsere Rucksäcke und nutzten noch einmal den Luxus einer warmen Dusche.

Warum das alles, fragt man sich jetzt vielleicht.
Wir wollten mal wieder wandern gehen und diesmal nicht nur auf einen Wanderweg, nein wir wollten 2 Wanderwege miteinander verbinden. Diese Wege sollten uns durch Sumpfwiesen, Urwald und den größten Teil durch hoch Alpines Gelände führen. Ach ja und es liegen gute 2 Meter Schnee dort oben….das sollte man noch erwähnen.


Da wir aus unseren Fehlern lernen haben wir uns am Vortag Steigeisen und Eispickel ausgeliehen. Nach einer weiteren, kalten, Nacht auf einen Zeltplatz im Nationalpark sind wir am Morgen des 2. September um 5.30 Uhr aufgestanden und losgezogen.
Wir starteten in Whakapapa Village auf dem Tongario Northern Circiut Track, der die ersten 3 Stunden nur durch sumpfiges Buschland führt.
irgendwo hier muss der Weg doch sein!?!


Bis man mit den Aufstieg zum  Süd-Krater beginnen darf…was auch seine Zeit gebraucht hatte, da wir für über 7 Tage essen dabei hatten und das macht das ganze nicht einfacher.
Als Highlight haben wir uns überlegt den Mount Ngauruhoe zu besteigen. Ende März stand ich bereits schon einmal auf diesen 2290 Meter hohen Vulkan. Doch mit Schnee und Eis hat es gleich noch mehr Anreiz es zu versuchen.
Die Rücksacke ließen wir am Fuße des Vulkanes im Schnee zurück und machten uns mit unseren Pickeln auf den Weg nach oben. Die Flanken schienen noch steiler als wie im Sommer zu sein und bald wurde uns bewusst dass wir ohne die geliehene Ausrüstung hier keine Chance hätten.

Wenn man zwischen seinen Füßen hindurch sah, schaute man eine fast senkrechte Wand über hunderte Meter nach unten.
Es ist schon erstaunlich das selbst wenn man total am Ende ist, doch irgendwie weiter macht weil einen irgendwas antreibt.
Nach einer gefühlten Unendlichkeit standen wir zusammen an den riesen Krater, der sich am Gipfel des Berges befindet.




Herunter rutschten wir größtenteils auf dem Hintern, denn wir mussten uns beeilen…die Sonne ging langsam unter.
Jetzt  hätte dort eine Hütte stehen können, aber nein. Vor uns lagen jetzt noch gute 3,5 Stunden Weg zu unserer Hütte für die Nacht. Die letzten 2 Stunden sind wir im dunkeln abgestiegen und durch Schnee- und Steinfelder zu der Otuere Hut gelaufen. Am Ende des Tages hatten wir eine reine Wanderzeit (ohne Pausen) von über 11,5 Stunden und gute 2800 Höhenmeter (auf und ab zusammen) hinter uns gebracht…und waren fertig.


Der nächste Tag gestaltete sich da einfacher 3 Stunden bis zur Waihohonu Hut und dann weiter ausruhen.



Am 4. September ging es weiter zur Rangipo Hut, wir verließen den Northern Circuit Track und waren nun auf den Round the Mountain Track der uns einmal um den Mount Ruapehu führen sollte.
Der Weg führte uns durch die trockenste Gegend der Nordinsel, diese konnte man auch im Film Herr der Ringe sehen….hier irgendwo muss das schwarze Tor doch sein. Wir haben es nicht gefunden, vielleicht auch besser so. Allerdings ist die „Mondlandschaft“ nicht besonders Abwechslungsreich, aber wer erwartet schon eine beach-Party auf dem Mond.



Es folgten endlose viele Pässe und einige Hängebrücken über reisende Gletscherflüsse.
Und dann war er wieder da, Schnee überall Schnee. Nach einen endlos erscheinenden Tag erreichten wir die Rangipo Hut, Mitten im Schnee…und wir waren wieder fertig.






Es wurde kalt als die Sonne unterging, der Schnee gefror zu Eis und ein kalter Wind kam über die Berge. Doch in der Hütte hatten wir stabile 35°C, guter, sehr guter Holzofen….
Da war Er schon, der nächste Tag. Unser Ziel war heute die Mangaehuehu Hut, gute 6 Stunden Gehzeit. Wir zogen uns am Morgen gleich unsere Steigeisen wieder an, da alles über Nacht zu Eis geworden ist und liefen los. Der Weg führte über mehrere Steilhänge mit leichter Kletterei und einen riesigen Tal das voller Geröll war, bergab und bergauf.

Der Schnee wurde weniger sodass er nur noch in kleinen Talsenken zu finden war, doof nur das der Wanderweg immer dort lang ging und man des Öfteren hüfttief im Schnee steckte.
Doch alles hat irgendwann ein Ende und so auch diese Tagesetappe.


Am 6. September ging es für uns zur Mangaturuturu Hut (kein Witz das Ding heißt echt so). Vorbei an den Waitonga Wasserfall, der der größten im Nationalpark ist.

Es war eine schöne Wanderung bis wir zur Ohakune Mountain Road kamen. Dieser Straße folgten wir über 3 km bergauf, aber deftig bergauf. An uns fuhren die Schnee-Touristen in ihren großen Autos vorbei und guckten uns doof an.
Als wir oben ankamen ging es über ein Seitental wieder nach unten, dieses teilten wir uns mit einem großen Gletscherbach, den wir mehrmals kreuzten.


Die Hütte bot uns durch ein großes Panoramafenster einen super Blick auf den Mount Ruapehu, der weiße Kollos leuchtet am Abend richtig auf.

Am vorletzten Tag ging es wieder hoch und runter, man brach hüfttief in den Schnee ein, versank bis über die Knöchel im Schlamm. Doch der Rucksack war deutlich leichter geworden.


Nach dieser ruhigen Wanderung erreichten wir die Whakapapaiti Hut, diesmal waren wir aber nicht alleine, es war auch nicht nur ein schnarchender Franzose, nein es war eine ganze Schulklasse von einer Mädchensportschule und wir waren die Helden des Tages.

Um unseren Rundweg zu vollenden mussten wir am nächsten Tag nur 2 Stunde gehen. Ich war beruhigt mein Auto zu sehen, ohne eingeschmissene Fenster und nicht ausgebrannt.




In den 7 Tagen haben wir gute 93 Kilometer zurückgelegt durch nicht einfaches Gelände. Nun galt es einfach nur noch eine warme Dusche zu finden.


 

1 Kommentar:

  1. ja, mein kind der weg ist das ziel....so sieht man mehr von dem um sich herum,belastung für material und mensch,ehrlich, machst du nur winterurlaub :)...aber wieder tolle aufnahmen, besonders deine schuhe :)..zwar kein tor aber andere schöne motive..

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